Renaissance der Renaissance, Restaurierung und Rekonstruktion eines Fassadenschrankes aus der. 2. Hälfte des 17. Jhd.

Gepostet am Jan 10, 2018 in Aktuelles, Möbel und Holzobjekte

In den vergangenen Monaten restaurierten und rekonstruierten wir einen stark geschädigten Fassadenschrank in unserer Werkstatt. Bei dem ehemals fünfteilig – zweigeschossigen Schrank waren der Sockel, das Zwischengeschoss sowie die Bekrönung nicht mehr vorhanden. Die Gesimsprofile entsprachen nicht der Architektur des Möbels. Die Korpusse waren instabil, vorhandene Furniere teilweise großflächig gelöst, die Oberfläche war verschmutzt. Da es sich bei dem Möbeltypus i.d.R. um zweitürige Korpusse handelt und ein Großteil der Holzprofile als nachträgliche Ergänzung identifiziert werden konnte, ist anzunehmen, dass das Möbel vor einigen Jahrzehnten aus den Resten eines Vorgängers zusammengebaut wurde. Zunächst wurde an Hand von Originalabbildungen und Zeichnungen ein Restaurierungs- und Rekonstruktionskonzept erstellt. Die fehlenden Geschosse wurden dann aus Kiefer rekonstruiert, die Sichtflächen mit Dickschichtfurnier aus Eschenmaser, Nussbaum und Furnieradern aus Ahorn und Mooreiche belegt. Die verkröpften Gesimse wurden aus Eiche rekonstruiert. In den Sockel wurde eine geheime Schublade integriert. Die vorhandene Originalsubstanz wurde schonend gereinigt und konserviert, die Holzoberfläche der Ergänzungen wurde farblich angeglichen. Nach Befund der Stichvorlage des Möbels wurden die Initialen des Auftraggebers in die Postamente der Säulen im Mittelgeschoss intarsiert.

Fassadenschrank vor der Restaurierung

Fassadenschrank nach Rekonstruktion der fehlenden Geschosse, ohne Oberflächenbehandlung

Fassadenschrank nach Restaurierung und Rekonstruktion

Fassadenschrank, Detail Mittelgeschoss mit rekonstruiertem Furnier

Fassadenschrank, Detail des oberen Korpusses mit rekonstruiertem Kranzgesims